PM zum geplanten Ausbau vom Brockwinkler Weg

9. April 2018

Grundsätzlich begrüßen wir die Bestrebungen von Politik und Verwaltung, das Radwegenetz in Lüneburg auszubauen. Der geplanten Einrichtung eines Fahrradschutzstreifens auf der Gemeindeverbindungsstraße Brockwinkler Weg zwischen Reppenstedt und Lüneburg stehen wir jedoch kritisch gegenüber und begründen dies wie folgt:

Trotz der Einstufung des Gebiets als Erholungsgebiet im geltenden Landschaftsplan und im Regionalen Raumordnungsprogramm hat sich die Schneise Brockwinkler Weg in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einer Durchgangsroute aus den westlichen Randgemeinden hin zum Norden der Stadt und dem dortigen Autobahnzubringer entwickelt. Eine Verkehrszählung der Initiative Brockwinkel im Herbst 2016 ergab, dass der Durchgangsverkehr von und nach Reppenstedt rund 40 Prozent des Verkehrs im Brockwinkler Weg ausmacht.

Diese negative Entwicklung wird nun weiter forciert: Es ist geplant, die Fahrbahnränder zu verbreitern, um dann einen sogenannten Fahrradschutzstreifen aufzubringen. Der Ausbau wird mit einer erhofften Erhöhung der Sicherheit für Radfahrende begründet. „Wird nun durch das Vorhaben der Errichtung eines Fahrradschutzstreifens die Straße Brockwinkler Weg außerorts verbreitert, erhöht sich die Attraktivität dieses Schleichweges nur noch zusätzlich“, warnt Beate Friedrich von der Initiative Brockwinkel.

Eine Steigerung des Kfz-Verkehrs wäre die Folge und das angegebene Ziel, mehr Sicherheit für Radfahrende zu erreichen, wird sich so schlecht erreichen lassen. „Wiegen sich die Radfahrenden, unter denen sich auch viele SchülerInnen auf dem Weg zu den weiterführenden Schulen in Lüneburg befinden, in vermeintlicher Sicherheit auf dem Fahrradschutzstreifen, rasen Autos auf der ausgebauten Straße mit 70 km/h an ihnen vorbei“, macht Friedrich ihre Bedenken deutlich.

Um wirksam Sicherheit für Radfahrende zu erreichen, bedarf es entweder einer baulich getrennten Streckenführung für Radfahrende oder, wenn dies nicht möglich ist, einer deutlichen Geschwindigkeitsreduzierung für den Kfz-Verkehr. Besser noch einer Reduzierung des Kfz-Aufkommens. Beides erreicht man aber nicht mit einem Ausbau der Straße. Dies führt eher zu einer Erhöhung von Geschwindigkeit und Kfz-Aufkommen.

„Um Sicherheit für Radfahrende zu erhöhen, muss stattdessen wirksam die Geschwindigkeit des Kfz-Verkehrs gedrosselt werden, anstatt mit einer gestrichelten Linie die Legitimation zu erhöhen, jetzt erst recht mit 70 km/h an Radfahrenden vorbei rasen zu können“, erklärt Gerard Mc Govern von der Initiative. „Sonst handelt es sich bei dem erklärten Ziel, die Sicherheit für Radfahrende erhöhen zu wollen, um reine Augenwischerei und soll lediglich die eigentlichen Absichten vertuschen, eine Entlastungsroute für neue geplante Baugebiete zu schaffen“, so McGovern weiter.

„Anstatt einer Verbreiterung ist die Einrichtung einer Fahrradstraße auf dem gesamten Brockwinkler Weg und dann weiter bis nach Reppenstedt die bessere und auch kostengünstigere Lösung, um die Sicherheit von Radfahrenden zu erhöhen“, ergänzt Friedrich. Dazu McGovern: „Die plötzlich verfügbare Summe von 100.000 Euro (bei Gesamtkosten von 250.000 Euro!) sollte besser dafür eingesetzt werden, endlich mit der Erstellung eines tragfähigen Verkehrskonzeptes für den Nordwesten Lüneburgs zu beginnen.“

Diese Pressemitteilung wurde anlässlich der Beratungen am 11.4.2018 vom Kreisausschuss für Wirtschaft, Touristik, Verkehrsplanung und ÖPNV über die Mittel des Kommunalen Strukturentwicklungsfonds aus dem Haushalt 2017 veröffentlicht.