„400 statt 260 Wohneinheiten“ LZ v. 9.5.20

Lüneburg. Ein Neubaugebiet soll am Wienebütteler Weg auf den Ackerflächen vis-à-vis dem Sportpark Kreideberg entstehen. Nach neuesten Planungen der Stadt könnte n dort bis zu 400 Wohneinheiten entstehen. Der Bauausschuss beschäftigt sich mit dem überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplanes, der in die Auslegung gehen soll. Die Sitzung findet am Montag, 11. Mai, von 15 Uhr an im Marcus-Heinemann-Saal im Museum Lüneburg statt. Es gelten die üblichen Sicherheitsvorkehrungen wegen der Pandemie.

Der Verwaltungsausschuss der Stadt hatte Ende 2017 beschlossen, den Bebauungsplan „Am Wienebütteler Weg“ aufzustellen. Vorgeschaltet war dem ein Bürgerbeteiligungsverfahren, „die Ergebnisse wurden so weit wie möglich in den Planungen berücksichtigt“, heißt es in der Vorlage zum Ausschuss. Außerdem gab es eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, die zu „umfangreichen Änderungen des Planungskonzeptes“ geführt hat. Zentrale Themen waren unter anderem: weniger Verkehr, mehr Bus- und Radverkehr, verdichtetes Bauen sowie Förderung von Wohnprojekten.

Anregungen und Einwendungen

Die überarbeiteten Entwurfsplanungen sollen nun erneut ausgelegt werden. Für die Dauer von einem Monat soll die Öffentlichkeit erneut die Möglichkeit haben, Anregungen und Einwendungen einbringen zu können.

Die Linke beantragt nun, dass die Auslegung nicht nur einen Monat dauern soll, sondern bis zum Ende der Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise und darüber hinaus weitere 30 Tage. Michèl Pauly argumentiert: „Um Einwendungen verfassen zu können, müssen Unterlagen auch gemeinsam gesichtet und diskutiert und die Situation muss vor Ort besprochen werden können.“ Auch müsse die Möglichkeit bestehen, Kritik an politischen Abwägungen durch Infokampagnen und gegebenfalls Versammlungen auszudrücken.

Die Initiative Brockwinkler Weg begrüßt in einer Pressemitteilung „innovative Ansätze bei der Planung des Baugebiets“, fordert aber weitere Schritte zur Reduzierung von Verkehrsbelastungen. Dazu verweist sie auf die neue Planung, wonach 400 statt bisher 260 Wohneinheiten entstehen sollen. Hatte die Initiative bei der ursprünglichen Planung mindestens 500 zusätzliche Autofahrten täglich ausgehend vom Baugebiet vermutet, „liegt diese Zahl nun deutlich höher. Selbst die verkehrsberuhigte innere Erschließung wird ohne weitere Maßnahmen zu weiterem Autoverkehr führen, der ins Umfeld des Baugebiets verlagert wird“, heißt es.

Von Antje Schäfer

Dieser Artikel erschien am 9.5.20 in der Landeszeitung